Das Gesicht der MS

Die Krankheit mit 1000 Gesichtern. Sie ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Nevensystems und beginnt im frühen und mittleren Erwachsenenalter. Auch Kinder und Jugendliche können betroffen sein, das ist jedoch seltener. Bei der MS kommt es an unterschiedlichen Stellen des zentralen Nevensystems zu Entzündungen, die häufig kleine Narben hinterlassen. Diese Narben (auch MS-Herde oder Plaques genannt), führen zu unterschiedlich starken Störungen. So können hierdurch die Nerven, die elektrischen Impulse, nicht mehr oder nur schwer weiterleiten. Entzündungen können an jeder Stelle im Zentralen Nervensystem (ZNS) auftreten. Die Krankheit ist nicht heilbar, aber behandelbar!

Verlaufsformen:

Wie schon gesagt hat die Krankheit 1000 Gesichter. Jeder Mensch ist verschieden und so entwickelt sich auch die Multiple Sklerose unterschiedlich. Jedoch kann man einiges abgleichen. Schübe können sich vollständig oder unvollständig zurückbilden.

schubförmig remitierender Verlauf:

Hierbei treten plötzlich Krankheitssymptome auf, die sich vollständig oder unvollständig zurückbilden. Diese schubförmige Form ist die zweithäufigste Form und besteht bei 20 % der Betroffenen. Die meisten Patienten erleiden innerhalb von fünf Jahren den nächsten Schub. Bei einem Teil der Patienten geht der Verlauf in einen (sekundär) chronisch progredienten Verlauf über.

(sekundär) chronisch progredienter Verlauf:

Diese Verlaufsform ist die am häufigsten auftretende. In dieser Form kann es zu zusätzlich abgrenzenden Schüben kommen. Jedoch gehen die Beschwerden immer unvollständiger zurück, so das es zur Zunahme der Behinderungen kommt.

primär chronisch progredienter Verlauf:

Dieser seltener vorkommende Verlauf besteht vom Beginn der Erkrankung. Bei diesem Krankheitsbild kommt es zur permanent, schleichenden Verschlechterung. Die Symptome heilen immer unvollständiger ab und bleibende Behinderungen nehmen zu.

 

Man hat festgestellt, dass die MS bei jungen Patienten überwiegend schubförmig, bei Patienten über 40 Jahre häufiger mit einer chronisch progredienten Form beginnt. Bei Frauen tritt die schubförmige Form doppelt so häufig auf, wobei Männer häufiger von einem chronisch progredienten Verlauf betroffen sind. Für einen Verlauf gibt es Wahrscheinlichkeiten, jedoch kann er nicht individuell vorher gesagt werden. Auch kann eine bestehende Form "stehen bleiben", für eine längere Zeit, selten auch für immer.

Der Schub:

Es entwickeln sich innerhalb von Stunden oder Tagen neue Beschwerden, die mindestens 24 Stunden anhalten. Der Abstand zu dem letzten Schub sollte mindestens einen Monat betragen, bevor alte Symptome erneut oder ganz neue auftreten. Die Symptome sollten sich hierbei relativ schnell entwickelt haben, d.h. über Tage oder Wochen, nicht aber von einer Sekunde auf die nächste. Bei einem Schub kommt es zu einem neuen Entzündungsherd oder zur Neuaktivitierung eines alten Plaques.

 

Der Pseudoschub:

Hierbei kommt es zu keiner erneuten Entzündung im ZNS. Bestimmte Lebensumstände, z.B. Fieber, reizen einen bestehenden Plaques. Dadurch kommt es zum aufflammen der Beschwerden. Bis dahin hatte der Plaques eine Rückbildung erreicht, so das der Patient nichts mehr davon bemerkte. Durch bestimmte Umstände kommt es dann zu einem aufflammen. Erhöhung der Körpertemperatur (z.B. Fieber, Sauna, heißes Bad) oder Stress, sind häufige Ursache. 

Krankheitszeichen:

>Kribbelempfindungen in den Beinen/Armen

>meist einseitiges Verschwommensehen

>Doppelbilder

>schwankender Gang

>Koordinationsstörungen

>chronische Müdigkeit

>Gefühlsstörungen in Beinen/Armen

>Gleichgewichtsstörungen

>Schwäche in Beinen/Armen

>Blasenprobleme

>sexuelle Störung

>Koordinationsstörungen

>Schmerzen

geschrieben von Anja Spille